Baby Steps: Ein unglaublich brutaler Geduldstest

Bennett Foddy, der Entwickler, der für extrem schwierige Spiele wie Getting Over It und QWOP bekannt ist, hat erneut zugeschlagen. Dieses Mal lieferte er in Zusammenarbeit mit Gabe Cuzzillo und Maxi Boch (den Köpfen hinter Ape Out ) Baby Steps, einen Plattformer, bei dem der einfache Akt des Gehens zu einer Übung voller Frustration – und überraschender Komik – wird.

Die Prämisse: Gehen ist schwieriger als es aussieht

Das Spiel gibt Ihnen die Kontrolle über Nate, einen Mann, der aus unerklärlichen Gründen in der Wildnis gestrandet ist, nachdem er aus dem Keller seiner Eltern geworfen wurde. Der Kernmechaniker? Steuern Sie jedes Bein unabhängig mit den Auslösern des Controllers. Es geht nicht nur darum, einen Knopf zu drücken, um sich zu bewegen. Sie müssen jeden Fuß vorsichtig anheben, Nate nach vorne lehnen und aufsetzen, sodass jeder Schritt zu einem bewussten, unangenehmen Vorgang wird.

Die Schwierigkeit liegt nicht nur in der Bewegung selbst; es geht darum, es aufrechtzuerhalten. Spieler verfallen unweigerlich in einen Rhythmus, überdenken dann aber ihre motorischen Kontrollen und stürzen hilflos um. Das Spiel bietet keinerlei Sympathie und zwingt die Spieler dazu, sich langsam und mühsam wieder nach oben zu kämpfen.

Hindernisse, die auf maximales Leiden ausgelegt sind

Als ob das Gehen nicht schon herausfordernd genug wäre, überlagert das Spiel immer absurdere Hindernisse. Treppen, Leitern und schlammige Hänge werden zu monumentalen Hürden. Einen Berg zu erklimmen, nur um dann auf einem rutschigen Felsen auszurutschen und wieder in die Tiefe zu stürzen, ist ein immer wiederkehrendes Erlebnis. Baby Steps stellt nicht nur Geschicklichkeit auf die Probe; es stellt die Geduld auf die Probe.

Der Humor: Leid war noch nie so lustig

Trotz der Brutalität ist „Baby Steps“ wirklich urkomisch. Nates Charakterdesign – ein Mann in einem fleckigen Strampler ohne Schuhe und einem übertriebenen Hintern – ist eine ständige Quelle für visuelle Gags. Der Schreibstil des Spiels ist ebenso absurd und beinhaltet unangenehme Begegnungen mit seltsamen Charakteren, die unter lähmenden sozialen Ängsten leiden. Die Sprachausgabe, die an Tim und Eric: Awesome Show, Great Job! erinnert, ist perfekt getimt und bizarr liebenswert.

Das Spiel regt zum Erkunden an und versteckt skurrile Belohnungen (Hüte, die Hintergrundgeschichtenabschnitte freischalten) abseits der ausgetretenen Pfade. Dies trägt zum Humor bei, da die Spieler den Fortschritt für eine weitere Dosis der absurden Zwischensequenzen des Spiels riskieren.

Soundscape: Jazz und Wildnis vereinen sich

Der von Maxi Boch gestaltete Soundtrack des Spiels verbindet spärliche perkussive Musik mit natürlichen Soundeffekten (Wind, Hundegebell, Grillen). Dadurch entsteht eine surreale Atmosphäre, die die Isolation des Charakters betont und gleichzeitig die Spannung in den prekären Plattformabschnitten erhöht.

Eine überraschend zugängliche Herausforderung

Für diejenigen, die mit Foddys früheren Werken vertraut sind: Baby Steps ist tatsächlich einfacher als seine berüchtigten Vorgänger. Der Hauptweg bietet ein angemessenes Erlebnis, während optionale Herausforderungen (wie das Klettern an einem Seil für eine leuchtende Frucht) denjenigen gerecht werden, die den maximalen Schwierigkeitsgrad suchen.

Letztendlich ist Baby Steps ein kostengünstiges, lohnendes Erlebnis. Es ist ein Spiel, das Sie zum Lachen, zum Schreien und zum Hinterfragen Ihrer Lebensentscheidungen bringt – und das alles für 20 $. Wenn Sie nach einem einzigartigen, frustrierenden und überraschend lustigen Plattformspiel suchen, ist dies das Richtige.