Rivian verklagt die US-Regierung vor Gericht. Sie wollen ihr Zollgeld zurück. Es ist keine kleine Menge.

Der Elektrofahrzeughersteller reichte letzte Woche eine Klage gegen die Bundesregierung, die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) und CBP-Kommissar Rodney Scott ein. Die am Donnerstag beim US-amerikanischen Gerichtshof für internationalen Handel eingereichte Klage zielt auf die Handelspolitik des ehemaligen Präsidenten Donald Trump am „Tag der Befreiung“ ab. Der Oberste Gerichtshof hat diese Tarife bereits als verfassungswidrig eingestuft, doch das Rückerstattungsverfahren steckt in der Schwebe.

Wie Rivian für Zollrückerstattungen kämpft

Rivians Anwaltsteam beantragt beim Gericht, die gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhobenen Einfuhrzölle als „rechtswidrig“ zu erklären. Sie fordern außerdem eine vollständige Rückerstattung inklusive Zinsen sowie aller damit verbundenen Gerichts- und Anwaltskosten.

Die Situation begann im April 2025. Präsident Trump rief einen nationalen Notstand aus und verwies auf anhaltende Handelsdefizite. Er nutzte das IEEPA, um Zölle auf fast jeden Handelspartner zu erheben. Der Ausgangswert lag bei 10 %. In einigen Ländern erreichten die gegenseitigen Zinssätze 50 %.

Für Rivian war dies keine abstrakte Politik. Es war ein direkter Schlag für ihr Endergebnis.

Das Unternehmen behauptet, dass diese Zölle die Kosten für jedes Fahrzeug um „Hunderte von Dollar“ erhöht hätten. Sie haben die Lieferketten für Rohstoffe unterbrochen. Sie behinderten Rivian bei der Preisgestaltung seiner Lkw und SUVs im Vergleich zu anderen Herstellern.

Warum das Urteil des Obersten Gerichtshofs den Kampf nicht beendete

Im Februar veränderte sich die Rechtslandschaft. Der Oberste Gerichtshof entschied, dass die IEEFA einen Präsidenten nicht ermächtigt, Zölle zu erheben.

Das Gesetz von 1977 war als Sanktionsinstrument konzipiert. Sein Zweck bestand darin, Vermögenswerte einzufrieren und Transaktionen mit bestimmten Unternehmen zu blockieren. Über Zölle, Zölle oder die Erhöhung der Einnahmen wurde nichts gesagt.

Dieses Urteil zerstörte die Rechtsgrundlage für die „Tag der Befreiung“-Zölle. Aber es hat die Geldspur nicht gelöst. Mit der Gerichtsentscheidung wurde die Erhebung neuer Tarife beendet. Es wurde nicht erklärt, wie bestehende Zahlungen zurückerstattet werden würden.

Der Oberste Gerichtshof hat die Rechtsgrundlage für die Zölle abgeschafft, aber nicht geklärt, wer das Geld zurückbekommt und wie.

Diese Lücke soll Rivian mit seiner Klage schließen. Sie fordern nicht nur eine Erklärung. Sie fordern von der Regierung die Korrektur aller Vermögenswerte, die „im Zuge der Festsetzung der IEEAP-Zölle liquidiert wurden“.

Wie hoch ist der voraussichtliche Rückerstattungsbetrag?

Für den Autohersteller steht viel auf dem Spiel. CFO Claire McDonough äußerte sich während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 von Rivian im April deutlich über das Ausmaß der Klage.

Sie geht davon aus, dass sich die Rückerstattung auf „zweistellige Millionenbeträge“ belaufen wird.

Das ist eine beträchtliche Summe für jeden mittelgroßen Hersteller von Elektrofahrzeugen. Für Rivian geht es ums Überleben und um die Wettbewerbsfähigkeit. Die Zölle verzerrten ihre Kostenstruktur in einer kritischen Wachstumsphase. Bei der Rückerstattung dieses Kapitals geht es nicht nur um Gerechtigkeit. Es geht darum, in einem brutalen Markt zahlungsfähig zu bleiben.

Ist Rivian das einzige Unternehmen, das Rückerstattungen beantragt?

Nein. Rivian ist Teil einer viel größeren Warteschlange.

Berichte Anfang dieses Monats zeigten einen massiven Rückstand im Rückerstattungsprozess. Nur etwa 71 Milliarden US-Dollar an IEEPAT-Zollrückerstattungen wurden tatsächlich an Unternehmen ausgezahlt.

Diese Zahl ist niedrig. Es bleibt weit hinter den mehr als 124 Milliarden US-Dollar an Rückerstattungsanträgen zurück, von denen CBP gegenüber TechCrunch mitgeteilt hat, dass sie zur Bearbeitung angenommen wurden.

There is a huge discrepancy between what companies are owed and what they are receiving. Das System ist verstopft. Rivians Klage verdeutlicht die Frustration der Hersteller, die auf Geld warten, das ihnen gehört.

Rivian lehnte es ab, sich zu der konkreten Klage zu äußern. Aber die Aktion spricht für sich. Sie warten nicht darauf, dass die Verwaltungspipeline frei wird. Sie forcieren die Angelegenheit vor Gericht.

Die Frage ist nun, wie schnell andere Autohersteller diesem Beispiel folgen werden. Und ob die Regierung zurückschlagen oder die Verluste begrenzen wird. Die Uhr tickt bei diesen Rückerstattungen. Für Rivian ist Zeit Geld. Und sie wollen jeden Cent.